FOOD KOLUMNE NR. 9 | Ostersamstag

040415Das Wetter wollte meinen gestrigen Text lügen strafen. Kaum waren wir Online zeigte sich zwischen den Wolken der blaue Himmel. Gegen 14.00h schien sogar die Sonne über Zürich und erfreute gross und klein. Meine Gedanken schweifen jedoch in die Vergangenheit, zu früheren Ostertagen.

Als junger Mann, in den siebziger Jahren, habe ich einige Jahre in Griechenland gelebt und gearbeitet. Das Osterfest ist der höchste kirchliche Feiertag und viele Griechen hatten noch der Tradition des Fastens gehuldigt. Sie ist ein fester Bestandteil des griechisch-ortodoxen Glaubens und wurde zu jener Zeit, mindestens in der Woche vor Ostern, mit Verzicht auf Öl und Fleisch eingehalten. Am Ostersamstag kam der grosse Moment. Zuerst die Messe zur Auferstehung Christi mit Gesängen und Gebeten. Kurz vor Mitternacht erlosch das Licht in der Kirche und der Pope brachte das geweihte Osterlicht in den Raum, das sofort von (mitgebrachte) Kerze zu Kerze weitergegeben wurde und der Raum sich vom Lichtermeer erhellte. Alle entzündeten umgehend ihre eigene um das heilige Licht nach Hause zu tragen. Dort wurde mit dem Russ der Kerzenflamme ein Kreuz über der Eingangstüre markiert, mit der Flamme weitere Kerzen im Esszimmer und eine Öllampe bei der Hausikone entflammt. Sofort setzten sich alle ungeduldig in Erwartung des Nachmitternachtsmahls an den Tisch. Die Hausherrin tauschte in Eile ihren Mantel gegen eine Kochschürze und erwärmte den Suppentopf der traditionellen Suppe mit der die Fastenzeit gebrochen wurde. Am Ostersonntag wurde fleissig weiter gekocht und geschmaust und die vom fasten leeren Mägen wieder gefüllt.

Bei uns zu Hause gab es traditionell ein Ostermilchzicklein (in der Schweiz Gitzi genannt) das meine Mutter immer im Ofen perfekt auf den Punkt gebraten hatte. Ein ähnliches habe ich letztes Wochenende auf italienische Art mit viel Knoblauch, Rosmarin und Thymian auf dem Ofenblech zubereitet. Junge Kartoffeln und Gemüse-Brunoise gegen Ende zugegeben und mit Weisswein abgelöscht. Garzeit ca. 1/2 Stunde bei 120°C Grad und weitere 45 Minuten bei 200°C Grad. Wunderbar!

Christina und ich hoffen auf gutes Wetter. Sie wird, wie jedes Jahr, die Osternester für die Enkel im Garten verstecken die der Osterhase angeliefert hat. Anschliessend wollen wir grillen, als Beilage sind verschiedenste Salate vorbereitet, Wein und Bier stehen bereit. Über den Ursprung der Osterfeier spricht niemand, die ganze Gesellschaft erfreut sich einfach am arbeitsfreien Feiertag. Frohe Ostern.

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