FOOD KOLUMNE Nr. 25 | Ganz einfach: Salat

250715Samstag_140715_smallSommerzeit, Ferienzeit, Salatzeit. Vorbei die Monate mit schlappen Blättern und hängenden Salatköpfen. Vorbei die Zeit der Treibhaussalate mit den Merkmalen: Aussen fix und innen nix. Knackig und doch zart ist die Eigenschaft von frischem Kopfsalat. Ich wage beim umrühren nicht mit dem Salatbesteck zu arbeiten. Ich nehme die Hände dazu, um die delikaten Blättchen nicht zu zerdrücken. Natürlich erst im letzten Moment, kurz vor dem servieren, damit kein Grund zum schlappmachen besteht. Mit wenig frischem, feingeschnittenem Schnittlauch oder Frühlingszwiebel bestreut, manchmal einem gewürfelten Ei, ist es eine Geschmacksharmonie in frischen Grün. Dazu eine selbstgemachte feine Sauce, einfach lecker.

Salat zu machen ist so einfach. Trotzdem gibt es wenige die sich damit wirklich Mühe geben. Warum eigentlich? Was hindert den Homo sapiens (nach Wikipedia, verstehender, verständiger bzw. weiser, gescheiter, kluger, vernünftiger Mensch) einem Salatkopf die schlechten Blätter zu entfernen und die guten ins kalte Wasser zu legen bis sie schön knackig sind. Wieso kann vorgerüsteter schon geschnittener Salat Einzug in unsere Welt erhalten? Haben wir auf unserer Erde wirklich keine Zeit mehr um uns selbst gutes zu tun? Hat sich die Jahrhundert alte Europäische Esskultur zur Nahrungsaufnahme gewandelt in der Geschmack keine Rolle mehr spielt? Wir Leben in einer kontroversen Zeit. Einerseits ist alles, aber wirklich alles erhältlich. Verschiedenste beste Essig und Öle, Senf von mild bis scharf, süss in Variationen, fein, körnig und was weiss ich noch alles. Verschiedenste Pfeffersorten, Salze von überall aus der Welt – sogar vom Himalaya. Trotzdem wird von vielen fertig Salatsauce gekauft, die Bequemlichkeit gewinnt gegen Qualität, die Langeweile der immer gleichen Saucen gegen Raffinesse, die Industrie siegt über die Kultur.

Mich schüttelts wenn ich daran denke.

Es braucht nicht immer die verücktesten Kombinationen von Nahrungsmitteln um in der Essszene dabei zu sein. Oftmals ist die einfachste Sache der Welt, das in der Familie über Jahrzehnte überlieferte Rezept der Schlüssel zum guten Geschmack. Der Schritt zurück zur normalen Alltagsküche, diese kombiniert mit etwas Liebe zur Zubereitung und schon können die überteuerten langweiligen Fertigprodukte aus der Küche verschwinden.

Übrigens, ich gehe jede Wette ein dass ich für die Zubereitung eines guten Salates nicht länger brauche als jemand der fertig Sauce und vorgerüsteten Salat verwendet. Dies unter Berücksichtigung der Arbeitszeit um das Geld für das teurere Fertigprodukt zu erarbeiten.

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