FOOD KOLUMNE NR. 34 | Zunehmen

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Während dem schreiben sitze ich neben Sabrina. Gerade noch haben wir uns über Schinkengipfel unterhalten. Sie macht die besten oder genauer sie machte. Seit wir mit dem „gesunden“ Essen begonnen haben, weigert sie sich standhaft den, wie sie sagt „bösen“ Blätterteig zu verwenden. Schade, denn aus diesem (wie ich sage) wunderbaren Teig lassen sich noch hunderte weitere Köstlichkeiten zubereiten. Gedanken an momentan verbotene Nahrungsmittel und daraus entstehende, geschmacksvolle Gaumenfreuden sind manchmal lästig. Sie tauchen aus dem nichts auf, setzen sich im Kopf fest und beginnen Unfug zu treiben. Plötzlich entstehen aus den Schinkengipfeln herrliche grosse Cordon Bleu, die führen zu Pommes Frites usw. Der Fantasie und den Erinnerungen sind keine Grenzen gesetzt, nehmen überhand und lassen aus den Tagträumen ein echtes Verlangen, sogar Hungergefühl entstehen. Wo andere Menschen von Süssigkeiten wie Schokolade und Schwarzwäldertorten träumen, ist es bei mir der Entzug ganz bestimmter Gerichte der mich leiden lässt. Ein Apfel essen genügt bei solch extremen Anfällen nicht, schon eher müsste ich den Kopf in den Sand stecken. Es sind Entzugserscheinungen die unglaublich grosses Esswissen entwickeln und mir Buchstäblich den Speck durch den Mund ziehen. Aber auch die Salami, das Foie Gras und den Hummer…

Auf Bitte eines Freundes liegt heute ein altes Kochbuch neben mir. Es ist das grosse Buch der Pasteten, Patés, Terrinen und Pies, eines der schönsten Kochbücher das ich kenne. Lachs, Wild und Geflügel in verlockenden Teigkrusten. Auf den Bildern sind Meisterwerke in Vollendung, eines aufwendiger und schöner als das andere. Zarte Farcen als Füllung, herrliche Périgord Truffes die in Mengen zugegeben werden. Mein Herz schlägt beim Betrachten der Bilder höher, mein Bauch knurrt und Sabrina nervt sich neben mir ab meinen Seufzern beim Betrachten der Bilder. Wie kann eine Menschin so hartherzig sein und mein Leiden einfach negieren. Denn mein Hirn ist einen Schritt weiter gehüpft, erzählt mir von den herrlichen Weinen aus Frankreich und Deutschland die perfekt zu diesen Wundern der französischen Küche passen. Ach, nicht zunehmen ist manchmal schwieriger als abnehmen.

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