FOOD KOLUMNE NR. 37 | Gute Nacht

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Es ist genau Freitag um 0.00 Uhr, mein Monitor Schreibfeld mit dem Betreff SAMSTAGSKOLUMNE NR. 36 ist noch weiss und müsste schon seit Tagen mit Text gefüllt sein. Normalerweise habe ich die erste Fassung spätestens am Dienstag, korrigiere noch ein zwei Tage daran und schicke den fertigen Aufsatz am Donnerstag an Sabrina die ihn zusammen mit einem Bild in den Blog einsetzt. Doch diese Woche hat das übliche Prozedere nicht funktioniert. Bei all meinen Versuchen einen vernünftigen Text zu schreiben, bin ich nicht über die ersten drei Zeilen hinausgekommen. Es waren ein paar gute Themen dabei, spannend in meinem Kopf doch ich konnte sie einfach nicht schriftlich festhalten. Ihr kennt das sicher auch vom Kochen. Ein inspirierendes Bild oder Rezept – alles richtig vorbereitet, alles richtig gemacht, doch der Geschmack, die Harmonie der Bestandteile, die Raffinesse der Sauce oder die Konsistenz wollen einfach nicht gelingen.

Was mich am meisten nervt, sind schöne grosse Fleischstücke bei denen ich die Garzeit falsch eingeschätzt habe. Mit grossen Stücken meine ich zum Beispiel einen Lammgigot die gerne 1 1/2 kg schwer sind. Oder ein Hohrücken so ca. ein Kilogramm oder schwerer. Meistens brate ich das Fleisch in einer Bratpfanne an und stelle es anschliessend bei 80° C in den Ofen, wo es mit der Niedergarmethode schön langsam zart wird. Dies gibt mir die Zeit in aller Ruhe das Mise en place für die Vorspeisen und Beilagen zu erledigen. Ist dann alles bereit und die Gäste am Tisch, mache ich die Beilagen fertig und nehme das Fleisch zum Ruhen aus dem Ofen. Ein letzter Fingerdruck um den Garzustand vor dem tranchieren zu überprüfen. Ist er ungenügend gibt es entweder blutiges Fleisch oder verkochte Beilagen. Es sind Momente die ich wirklich nicht mag, Momente bei denen ich mich sehr ärgere. Denn keine der beiden Entscheidungen führt zu einem befriedigenden Ergebnis. Da wir (zu Hause) eine offene Küche haben in der unsere Besucher mir oft Gesellschaft leisten, werde ich in solchen Augenblicken manchmal gefragt: ”Warum machst du so ein grimmiges Gesicht?” Meine Antwort ist meist ohne Worte.

Im Gegensatz zum Schreibproblem (das Wort Blockade will ich weglassen), sind die Kochfehler für mich unentschuldbar da weitgehend vermeidbar. Das Beispiel mit dem Fleisch ist nicht besonders gut. Doch zum umschreiben ist es zu spät, die Kirchenglocke hat soeben ein Uhr geschlagen. Damit bleibt die SAMSTAGSKOLUMNE NR. 36 unbefriedigend, wie ein zu kurz gegartes Stück Fleisch. Schade und gute Nacht.

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