FOOD KOLUMNE NR. 51 | Anrichten & Fotografie

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Eigentlich sind Sabrina und ich ein schräges Bloggerpaar. Sie, die junge Frau die abnehmen will, ich der alte Sack der nur an Genuss und Völlerei denkt. Diese Gegensätze haben zu einigen explosiven Diskussionen geführt die sich glücklicherweise mit der Zeit in Minne auflösten.

Unser grösstes Problem war das Anrichten und fotografieren der Teller. Es war uns wichtig ein Konzept zu haben, dass alle Tage wieder gleich aussah. Unser Bild, das heisst unsere Bildsprache sollte wiedererkennbar sein. Dies führte zu den weissen Tellern, dem grauen Tisch im Hintergrund und der sturen Fotografie von oben.

SA_230115Lange diskutierten wir über die auf den Tellern gezeigten Mengen. Zu Anbeginn waren wir der Ansicht, dass immer die ganze Portion gezeigt werden müsse. Doch je länger wir uns an Bildern die mit Esswaren überfüllt waren störten, desto klarer wurde der neue Weg. Ein Teller soll appetitlich aussehen, wer nach unseren Angaben kocht merkt sicher von selbst dass die Portionen grösser sind.

Wer sich schon mit Foodfotografie auseinandergesetzt hat der weiss, dass dies der absolut falscheste Winkel für die Abbildung von essbarem ist. Normalerweise werden Aufnahmen in einem 45° Winkel  gemacht, dank dessen erhalten die Nahrungsmittel eine schöne Dreidimensionalität. Gleichzeitig können mit Spotlichtern Glanzstellen erschaffen- und mit zusätzlichen Lampen Stimmungen erzeugt werden.

All diese Möglichkeiten fallen bei unserer Fotografie von oben weg. Wir arbeiten mit normalem Tages – und Raumlicht. Dies macht die Bilder langweiliger und verlangt ein bewussteres Anrichten auf den Tellern. Anrichten für diese Art der Fotografie. Wir können mit Aufbauen in die Höhe keine Spannung erzeugen. Ein gutes Beispiel dafür sind das Bild des Burgers.SA_230115_burger.jpgWir mussten lernen vieles in Kreisform zu zeigen um die Gerichte nicht abzuwerten. Da wir unsere Teller auch von der Seite aufnehmen, sehen wir die Unterschiede die durch die Fotografie aus anderem Blickwinkel entstehen täglich. Oftmals ist die Seitenansicht viel spannender und wir hinterfragen uns wie wir es das nächste Mal besser machen können. Doch eines ist klar, wir haben den Blog als Hobby, kochen und bloggen so nebenbei während der Arbeit und dafür sind wir mit den erzielten Ergebnissen recht zufrieden. Auch wenn uns das Ergebnis eines schönen Tellers, von dem wir eine Langweil-Foto zeigen müssen, manchmal nervt.SA_230116_bildli

7 Kommentare

  1. Ich finde eure Bilder immer sensationell schön, interessant, dass es normales Raumlicht ist. Und wie beruhigend, dass sie nicht die ganze Portion zeigen, ich kam mir manchmal vor wie ein Vielfrass. 😀

  2. Ich habe mich eh schon gewundert, warum die Fotos immer von oben kommen. Da geht es also ums Prinzip. Das ist sicher was Gutes, prinzipientreu zu sein. Aber Helmut Newton hat auch nicht immer Schwarzweiß-Fotos gemacht, oder?
    liebe Grüße
    Christian

  3. Also ich finde eure Fotos nicht langweilig und probier selber auch öfters von oben zu fotografieren. Wird aber nicht so toll wie bei euch 🙂 ich bin kein Profi und fotografier nur mit dem iPhone und da bin ich stolz drauf. Ich denk mir immer, wenn die Fotos „realistisch“ ausschauen, freuen sich meine LeserInnen, wenn ihr Ergebnis dann auch so ausschaut! 🙂 ich mag eure Fotos, ich liebe eure Geschichten und vorallem eure Rezepte! 🙂 sind schon ein paar dabei, die auf meiner „nachkochen Liste „stehen! 🙂 liebe Grüße, Julie von Julie’s KochArt

    1. Liebe Julie

      danke für deinen lieben Kommentar. Auch wir wollen realistisch bleiben, haben ja während der Arbeit auch keine Zeit für Schischi. Trotzdem möchten wir Teller zeigen die zum Nachkochen verführen. Dies mit minimalem Aufwand.

      Herzliche Grüsse
      Bernhard & Sabrina

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