FOOD KOLUMNE Nr. 54 | Herausforderung

130216SA_130216_02_small

Unsere Küche findet langsam aber sicher Anhänger. Aus dem spontanen Entschluss, für unsere Firma nach den Punkte-Regeln von Weight Watchers zu kochen, ist je länger je mehr etwas ziemlich eigenständiges entstanden. Weight Watchers ist ja keine Diät, eigentlich darf alles gegessen werden. Doch vieles wird so schlecht benotet, dass sich die Beigabe davon wie von selbst ausschliesst. Andererseits dürfen (mit kleinsten Ausnahmen) Gemüse und Früchte in beliebigen Mengen verzehrt werden. Mit diesen Vorgaben vernünftig umzugehen und gute Ergebnisse zu erzielen war die grosse Herausforderung denn die bei WW angebotenen Bücher mit den darin enthaltenen Vorschlägen konnten mich nicht überzeugen.

In den letzten 10-15 Jahren hatte ich schon vier Richtlinien für mein Kochen festgelegt:

1. Die Verwendung von besten frischen Produkten, wenn möglich Bio.
2. Erhalten der natürlichen Aromen oder deren Verstärkung wo immer möglich.
3. Erhalten der Farben, kombinieren von Farben, „lachende Teller“.
4. Nichts darf verkochen. Perfekte Garzeiten, möglichst perfekte Konsistenz.

Nun kamen zwei neue Aspekte mit denen ich den Umgang erlernen musste:

5. Gerichte die Sättigen und trotzdem eine Gewichtsabnahme ermöglichen.
6. Kosten pro Person/Gericht durchschnittlich unter CHF 10.-.

Der 5. & 6. Punkt durften die anderen vorgängigen in keiner Weise beeinflussen. Ich wollte auf jeden Fall den vor Jahren begonnenen Weg weiter gehen und die neue Herausforderung integrieren. Zu Anbeginn fiel mir der zu fast 100% Verzicht auf Butter und Rahm sehr schwer. Es sind einfach fantastische Geschmacksträger und Geschmacksverstärker. Ich wiederhole mich und zitiere einmal mehr den Satz des berühmten Kochs Fernand Point: „Es gibt nichts das Butter ersetzt.“.

Es begann die Suche nach gutem Olivenöl als Butter-/Rahm-Ersatz, ich begann Gewürze zu testen, fand vor allem bei getrockneten Kräutern riesige Qualitätsunterschiede,  habe einige noch volle Gläser entsorgt und durch bessere ersetzt. Auch unsere Gewürze-Sammlung ist gewachsen wobei ich hier in der Firma darauf achte mit möglichst „normalen“ Produkten zum Ziel zu kommen. Denn unsere Rezepte sollen alltagstauglich sein, also nur problemlos erhältliche Zutaten enthalten. Langwierige Zubereitung versuche ich zu vermeiden. Wer hat nach einem harten Arbeitstag Zeit, Kraft und Lust in der Küche zu stehen. Deshalb verzichte ich mit wenigen Ausnahmen auf die Herstellung von Braten, Fonds und ähnlichen zeitraubenden Arbeitsschritten.

Die Initiative abzunehmen kommt bei Paaren meist von der weiblichen Seite. Deshalb ist es umso wichtiger eine Küche zu generieren, die auch von Männern akzeptiert wird. Oftmals ist das Übergewicht des Mannes um vieles grösser als das seiner Frau und sie nimmt sich zum Vorwand um ihn zu motivieren. Dies scheint mit unseren Essvorschlägen recht gut zu funktionieren wie uns durch Rückmeldungen bestätigt wurde.

Gerne würde ich öfters F&F – das heisst Fisch und Fleisch verkochen. Kostengründe siehe Punkt 6 verunmöglichen diesen, meinen Wunsch in die Tat umzusetzen. Auch dieser Verzicht ist eine zusätzliche  Herausforderung an meine Kreativität. Deshalb bleibt auch jetzt in der 56 Woche unseres Abnehmprojekts das Kochen für unsere kleine Gruppe spannend und interessant. Gleichzeitig werden die Ergebnisse immer besser was uns täglich sehr erfreut.

9 Kommentare

  1. Das hört sich nach einer echten Herausforderung an.
    Für wieviele Personen musst du dann kochen?
    Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Gericht um die 10 CHF kosten würde, wenn z.b. Hähnchenfleisch durch mehrere Personen geteilt würde, oder ist es bei euch so teuer?

    1. Wir sind meistens 4 Personen. Ja, bei uns ist alles mindestens 30% teurer. Hähnchenfleisch von vernünftigen Produzenten ist CHF 32.-/kg. Das kochen wir oft. Lamm, Rind, Kalb sind ab CHF 40.-/Muskelfleisch bis CHF 90.- zu haben.
      Huhn servieren wir meist 120 – 150g. Rind und Lamm um die 200g denn wir lieben es sehr. Über die ganze Zeit gesehen liegen wir meines Wissens bei CHF 8.90/ Tag.
      Liebe Grüsse, Bernhard

    2. Das ist wirklich teuer. Aber wenn die Preise quasi normal sind, dann ist es doch ok.
      Privat würden die Leute ja dann auch soviel bezahlen, eher sogar mehr, mit mehreren ist es ja günstiger.

    3. Ja, in einem billigen Lokal beginnen Menus ab 15.- Franken. Das Essen ist aber entsprechend! Brauchbares gibt’s ab 20.-. Alles bei weitem nicht so gute Nahrungsmittel und Küche wie bei uns. LG, Bernhard

  2. Super dieses Mal mit Foto! Das finde ich besonders schön, wenn man eure Leckereien auch anschauen kann! Euer Durchhaltevermögen ist bewundernswert 🙂

    Liebe Grüße!

    1. Hei, das ist komisch. Bei uns ist jeden Tag ein Bild dabei. Auch in der Vorschau. Wahrscheinlich verwendest du einen älteren Browser. Danke für deinen Besuch auf unserer Seite.
      Liebe Grüsse, Bernhard & Sabrina

    2. Ja! Ich schaue meistens von unterwegs über mein Handy und da wurden die Bilder nicht geladen?? Die App hat aber zuletzt ein Update gemacht und nun sehe ich eure Bilder endlich auch🙌

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s