FOOD KOLUMNE Nr. 55 | Weltneuheit? Eurasische Küche

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Meine sogenannten „asiatischen“ oder „chinesischen“ Gerichte sind meist meinen Gedanken entsprungen. Da ich wie des öfteren erwähnt kaum Rezepte oder Kochbücher lese mixe ich etwas zusammen das meiner Ansicht nach in etwa der Küche dieser Länder entspricht. Meist Koche ich die einzelnen Nahrungsmittel wie Gemüse, Fleisch oder Fisch auf europäische Art. Einzig die Form und die Grösse der Stücke passe ich der asiatischen Küche an. Ebenso die kurzen Garzeiten mit viel Hitze die in meinen Bratpfannen leider nicht mit der Hitze eines Woks verglichen werden können. Fleischstücke wie Entenbrust oder Lamm werden wiederum europäisch am Stück gebraten, ich lasse sie Ruhen und schneide sie erst vor dem vermischen mit Gemüse in kleine Tranchen. Das hat den Vorteil (meine private Meinung) von perfekt Rosa  gebratenem Fleisch, zart wie ich es liebe. Vermischt mit asiatischen Aromen und knackigem Gemüse.

Kürzlich haben wir Ente mit grünen Spargeln aufgetischt. Einmal mehr eine Mischung der Kochwelten der beiden Erdteile. Der Titel stand schon fest, der Blog beinahe veröffentlicht als mir bewusst wurde dass das so nicht geht. Denn im besten Falle war die Sauce mit östlichen Aromen erstellt, auf Reis serviert und sonst war gar nichts aus den Ländern der aufgehenden Sonne. Ich habe mich daraufhin entschieden ähnliches in Zukunft eurasische Küche zu nennen.

André Jaeger, ein Schweizer Spitzenkoch aus Schaffhausen der leider letztes Jahr in Pension gegangen ist hatte einige Jahre in Singapur gearbeitet und eine asiatische Frau geheiratet. Anschliessend übernahm er das Lokal seines Vaters. Er wurde Ende 80er Anfang 90er Jahre berühmt durch die Vermischung der östlichen mit der westlichen Küche. Er nannte dies „East meets west“ was ihm unter anderem 2x den Titel „Koch des Jahres in der Schweiz“ und 19 Gault & Milaut Punkte eingebracht hat. Doch wie erwähnt sind diese Zeiten nun vorbei. Leider habe ich keine Erinnerungen an seine Küche die mir helfen würden.

Ich werde mir in naher Zukunft des öfteren mögliche Kombinationen der Küchen beider Himmelsrichtungen überlegen und umsetzen. Es ist super dass ich im Internet den Ausdruck eurasische Küche als Begriff nicht gefunden habe. Das gefällt mir: Wir kochen also als erste Eurasisch! Wenn das nicht der Hammer ist. Smile.

7 Kommentare

  1. lach….seltsam, dass es diesen Ausdruck für die Küche noch nicht gibt.

    Aber Hauptsache es schmeckt und das tut es, da bin ich sicher.

    1. Wie der Kommentar von Tina zeigt gibt es ihn doch schon. Eigentlich egal. Ich will ja nur meine Kocherei von „asiatischen Gerichten“die nicht wirklich authentisch sind richtig stellen.
      Herzliche Grüsse, Bernhard

    2. lach….genau so ist es. Aber es ehrt dich, dass du nicht einfach einen Begriff übernehmen wolltest.
      Wenn es schmeckt, dann ist es ziemlich egal, wie es heißt und woher es kommt, denke ich.

    1. Guten Nachmittag
      habe tatsächlich keine Treffer bei Google. Weder in Kombination mit Küche noch mit Rezepte. Eigentlich auch unwichtig denn mit meinem Hinweis auf die Küche von André Jaeger ist sowiso alles klar. Ansonsten hätte ich das Wort „aseurisch“kreiert. Ganz liebe Grüsse aus dem grauen Zürich, Bernhard

  2. naja…. manchmal hilft ja eine neue Bezeichnung für Altbewährtes um es einmal wieder mehr in Mode zu bringen.

    Hier (http://wiwosrezepte.com/2015/08/01/aus-dem-crocky-kraeutergulasch-ghormeh-sabzi-%D9%82%D9%88%D8%B1%D9%85%D9%87%E2%80%8C%D8%B3%D8%A8%D8%B2%DB%8C/) beschreibe ich, dass mein Essen immer irgendwie deutsch schmeckt, obwohl ich es von gestandenen einheimischen Köchinnen zuzubereiten lernte. Das liegt also nicht nur an den europäischen Kochgeräten und Kochtechniken, die diese Frauen hier ja auch nur zur Verfügung hatten 😉

    1. Liebe Wili
      ich will nicht’s in Mode bringen. Meine Kocherei ist einfach ein gebastel das lecker mit asiatischem Geschmack, aber trotzdem keine asiatische Küche ist. Als ob ein Chinese ein Szechuan Beef mit einer Rahmsauce à la Zürchergeschnetzeltes versehen würde und und betiteln: „Rindfleisch nach Zürcher Art.“
      Deine „Unzufriedenheit“ mit deinen Ergebnissen zeichnet die grossen Köche aus. Ebenfalls dein vermutlich weit überdurchschnittliches geschmacksempfinden.
      Liebe Grüsse, Bernhard

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