Foodblog: In eigener Sache Nr.3

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Vor kurzem hat sich einer meiner guten Freunde in einem Kommentar über die Foodblogflut genervt. Hatte er einen schlechten Tag und musste seinen Frust loswerden? Oder meinte er wirklich alles genau so wie er geschrieben hat? Ich weiss es nicht. Aber mit Sicherheit weiss ich: Er hat keine Ahnung was es bedeutet ein BloggerIn zu sein.

Am Computer zu sitzen, in die Tastatur zu hauen, Gedanken niederzuschreiben mit dem Wissen dass alle Menschen dieser Welt die der deutschen Sprache mächtig sind die geschriebenen Worte lesen können ist ein spezielles Gefühl. Auch in diesem Moment des Schreibens trennt mich nur ein einziger Klick auf den Button VERÖFFENTLICHEN davon. Kaum gedrückt macht es Wuschsch und der Text ist bei Euch. Dieser Klick der ist mein Kick.

Bis anhin hatten wir Besucher aus über 100 Ländern, aktiv und regelmässig werden wir aus rund zwanzig verschiedenen besucht. Dies aus vier Erdteilen, nämlich Europa, Asien, Nord- und Südamerika. Wahnsinn! Ich habe viele Jahre im Ausland gelebt und versuchte immer wieder deutschsprachige Zeitungen und Magazine zu kaufen. Es machte mich schon glücklich wenn ich eine 7 Tage alte Frankfurter Allgemeine, Neue Zürcher Zeitung oder den Spiegel erstehen konnte. Doch wir Blogger sind um vieles schneller, sind in Sekunden bei unseren Lesern und damit ein Medium das es nicht zu unterschätzen gilt.

Unsere Texte sind nach einer-, zwei-, drei- und mehr Wochen immer noch im Netz auffindbar. Auch nach Jahren. Das Internet vergisst nichts heisst es so schön. Wir kommen nicht einige Tage später in die Altpapiersammlung. Unsere Texte werden nicht verbrannt wie alte Zeitungen. Wir werden nicht wie alte Bücher am Flohmarkt gehandelt, auch nicht in Brockenhäusern. Unser einziges Problem sind die Veränderung in der Computerwelt. Neue Browser, neue Programme und all dieser teils unnötige und kostenträchtige Scheiss.

Im weiteren haben wir keine Redaktion im Nacken. Keine Endtermine, keine Auftragsarbeiten, keine vorgeschriebenen Themen. Wir sind frei zu schreiben was und über wen wir wollen. Wir Blogger müssen kein Blatt vor den Mund nehmen, niemand der uns Textzeilen streicht und kürzt. Unsere Schreibfreiheit ist grenzenlos und das ist gut so. Dank dessen können freie Meinungen publiziert werden ohne Beeinflussung durch den Markt. Kein Geld, keine Wirtschaftlichen Interessen spielen eine Rolle, keiner und niemand kann unsere Meinung und Gedanken beeinflussen. Auch das ist gut.

Das einzige was wir brauchen ist ein elektronisches Gerät mit Internetzugang. Eine URL von unserem Blog. Dann kann das schreiben beginnen, die Gedanken können fliessen, niedergeschrieben und veröffentlicht werden. Schon fliegen und flattern sie hinaus in die grosse weite Welt. Wuschschsch…

Ja mein lieber kritischer Freund. Auch dein Kommentar wurde verbreitet. Ob er für gut befunden wurde weiss ich nicht. Aber mach dir doch einmal Gedanken zu unserem Hobby, zu unserer Sucht. Es steckt eine Menge Spass dahinter und oft eine Menge Arbeit. Doch dies alles auf freiwilliger Basis. Auch unsere Leser sind Freiwillige. Ob in Zürich, Berlin, London, Rio, NY, Tokio oder Thalwil.

6 Kommentare

  1. Da hast Du Dir aber viel Mühe mit einer Antwort gegeben. Eigentlich hätte ein „Wer keine Foodblogs lesen mag, der lese sie einfach nicht.“ auch gereicht. Ich hoffe, der Freund weiß das zu schätzen. Abgesehen davon stimme ich Dir in allem voll zu.

  2. Wie Du ja in Deiner Antwort an den lieben Freund geschrieben hast, bleibt es ja jedem freigestellt, ob er die Posts lesen will oder eben nicht. Darüber hinaus, muss man den Blog ja abonniert haben, um über die neusten Einträge informiert zu werden.
    Ich seh also die Problematik nicht.
    Was ich nicht lesen möchte, lese ich nicht und was ich nicht erhalten möchte, abonniere ich nicht – as easy as this…. Aber Hauptsache man findet was, worüber man sich aufregen kann 😉

  3. Dr. Kerstin Hoffmann schrieb: „Die klassische One-to-Many- oder auch Verlautbarungs-Kommunikation hat ausgedient. Wertvolle Inhalte, echtes Interesse am Austausch, Kontakte und ein Bewusstsein für den Nutzen aller Gesprächspartner stehen im Vordergrund.“
    Und DAS zusammen mit den von Dir beschriebenen „freien Meinungen […] ohne Beeinflussung durch den Markt“ ist eine Macht, aber sowas von! Allein dafür hat sich dieses abgefahrene Ding namens Internet schon gelohnt. Und selbst wenn Foodblogger ’nur‘ über Essen reden so sollten Kritiker nicht vergessen, dass dieses Thema wichtiger ist Banken, Wirtschaft und Tralala – de facto kommt es direkt hinter atmen und trinken. Und wenn man sich die kranke Nahrungsmittelindustrie heute ansieht haben wir auch genug Grund zwischen den Zeilen politisch zu sein.
    LG Oli

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