Foodblog: In eigener Sache Nr. 5

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Kennt ihr das auch? Blogger-Lust und Blogger-Frust. Lust kreativ zu sein, ein Gericht zu planen oder einen Text zu schreiben. Frust wenn einfach kein brauchbarer Gedanke erscheint, der Versuch das Hirn auszupressen doch es will einfach nichts brauchbares herauskommen. Wer seine Blogs regelmässig aufschaltet kommt in solchen Momenten unter Druck. Der Monitor des Computers bleibt leer, die Tastatur gafft blöde zurück und die Finger wissen nicht mit was sie sich beschäftigen sollen. Solche Momente auch unter der Bezeichnung Schreibblockade bekannt sind zum kotzen. In so einem Moment würde ich am liebsten meine Jacke anziehen und davon laufen. So unter dem Motto: „Adieu Blog, du kannst mich mal. Kreuzweise.“

Doch es bleibt immer nur bei den Wegrenngedanken. Mir wurde das Plichtbewusstsein in den Genen mitgegeben. Ich kann nicht anders als sitzen zu bleiben und den Monitor weiterhin anzustarren. Wenn gar nichts geht switche ich mal kurz in das Internet und besuche die Seiten einiger BloggerkollegInnen. Das bringt mich auf andere Gedanken, weg von meinem Schreib zwang. Ich lese vielleicht über Kinder die nicht gerne essen, über kleine Enten die auf einem Bauernhof in Deutschland geschlüpft sind, einem Restaurant Besuch in Hongkong, die Zubereitung von roter Grütze die ich in Wahrheit überhaupt nicht mag oder das Erlebnis glücklicher Blogger die auf ihrer Reise in diesem Moment San Francisco besuchen. Nach einer vielleicht viertelstündigen Reise durch die Webwelt beginne ich den nächsten Blogschreib Versuch. Manchmal zeigt meine Internet–Reise–Therapie Erfolg, manchmal auch nicht.

Natürlich soll niemand merken dass der Text – wenn endlich geschrieben und veröffentlicht – nur unter Zuhilfnahme von vielen Espressos und Zigaretten entstanden ist. Denn das sind meine Aufputschmittel wenn auch der zweite Schreibversuch misslingt. Versuch Nummer drei ist schwierig zu erklären. Er beginnt mit hirnlosem schreiben in der Hoffnung damit den nötigen Schwung zu bekommen. Ich schreibe einfach drauflos, über irgend etwas das um mich herum zu sehen oder zu hören ist aber nicht’s im geringsten mit meinem Text zu tun hat. Hätte ich in diesem Moment ein Problem würde ich folgender massen beginnen:

”In wenigen Minuten beginnt der Final in der Europa League zwischen Liverpool und Sevilla. Während die Fans “You never walk alone” intonieren singen vor meinem Fenster die Vögel. Ach diese Tiere haben es gut. Die können sich im Stadion oben auf die Tribune setzen und kostenlos zu sehen. Mein Gott, ich wäre gerne als Zuschauer am Spiel. Ich könnte in der Pause wiedermal eine langsam gegrillte Bratwurst ……!“

Jetzt folgen Gedanken die sich in meinem Kopf jagen, der kreative Denkapparat hat sich doch noch eingeschaltet:  Genau Bratwurst, Wurst, lange nicht mehr gehabt, mit was mischen, in Scheiben anbraten oder am Stück? Wie ist das Wetter, eigentlich gut – also keine Suppe. Kartoffel oder Reis? Penne hatten wir heute … Frühlingskartoffeln, mmmmh Lust, Gemüse mit frischer Petersilie ……usw.

Nun ist es so weit, die Gedanken sprudeln, ergeben sich wie von selbst. Mein Zweifinger Schreibsystem ist zu langsam für die sich jagenden Ideen. Blockade weggezaubert, die Tastatur ist fleissig, der Monitor füllt sich mit Buchstaben, die werden zu Sätzen, zu einem Text. Ende gut, alles gut. Frust ist weg, Lust gewinnt. Text ist fertig und der nächste Post wird pünktlich erscheinen.

14 Kommentare

  1. Wenn ich einen Lauf habe, schreibe ich mehrere Beiträge am Stück und veröffentliche die zeitversetzt. Das kann auch bis morgens dauern (muss ich ja machen wenn Kind & Kegel schlafen). Die hirnamputierte Leere kenne ich auch und die folgenden Schritte kommen mir auch sehr bekannt vor. Allerdings lasse ich notfalls auch tagelang keine Beiträge erscheinen. Sehr amüsant geschrieben und sicher jedem Blogger bekannt Bernhard. Die neue Serie hat sich jetzt also etabliert und die werte Leserschaft lauert auf regelmässigen Nachschub, Druck! Druck! Druck! Die Produktion muss laufen! 😀
    LG von Oli

    1. Im Gegensatz zu den Essen kann ich hier Eingemachtes vorbereiten. Oder mal ausfallen lassen ohne dass jemand verhungert.
      Die Frage ist eher für wie lange das Futter hält.
      Gruss, Bernhard

  2. Es ist schon faszinierend wie man sich manchmal selbst im Weg steht, ebenso, wie man sich dann doch auch wieder den Weg frei geben kann.

  3. Ich kenne das zu gut. Oft habe ich auch einfach keine Zeit zum bloggen, oder keine Lust wenn man schon den ganzen Tag am PC sitzt. Oft rettet es mich einfach nur ein Foto rauszuhauen. Dann aber ist das ja nur ein Telefonfoto und kein richtiges Foto. Na egal.
    Was mir hilft. Unterwegs sein, reisen. So wie jetzt an diesem Camping Wochenende. Berge besteigen bis hoch in den Schnee, um dann oben im Sonnenschein die beste Tarte de Myrtille zu essen. Edelzwicker und Käseplatte nicht vergessen. Wie das eben so ist in den Vogesen.
    Also, reisen inspiriert und selbst kleine Reisen lohnen.

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