FOODBLOG: IN EIGENER SACHE NR. 8

210616Druck

Ich liebe Buchstaben ob in Zeitungen, Büchern oder Blogs. Lesen ist für mich eine der schönsten Beschäftigungen die es gibt. Mein Tageskonsum ist durchschnittlich mindestens zweieinhalb Stunden, wenn nichtsogar länger. Es fasziniert mich die Gedanken, Erfahrungen  und das Wissen fremder Menschen dank einer Aneinanderreihung von Worten zu erhalten. Sobald ich mit Lesen beginne ist meine Umwelt weit entfernt, ich versinke in der Welt der geschriebenen Texte. Meine Frau mit Worten, unser Hund mit seiner Nase, das Miauen der Katzen, das Klingeln der Telefons, dies alles ist aus meinen Sinnen während dem lesen weitgehend ausgeblendet. Ich will Worte verschlingen und fühle mich unglaublich Wohl dabei.

Die Zeitungen, die Informationen über das Weltgeschehen sind noch immer meine Morgenlektüre. Ich kann mir selektiv meine Artikel aussuchen. Ein riesiger Vorteil gegenüber den Nachrichten am Fernsehen, die ich mir dadurch erspare und nicht konsumiere. Bücher, ob Fachbücher oder Romane sind mein grosses Laster. Oftmals beginne ich ein neues Buch gegen 10 Uhr Nachts und gehe erst zu Bett wenn die letzte Seite umgeschlagen ist und vor dem Fenster schon die Vögel singen.

Vor eineinhalb Jahren kamen für mich neu die Bloggertexte als Lesefutter dazu. Sie sind eine wirre, spannende, schräge, interessante und neue Textwelt. Ich suche mir keine spezifischen Blogs sondern bewege mich nur in derjenigen unserer Follower. Dadurch erhalte ich Informationen und Wissen ungefiltert und ungeordnet. Zwischen grossartigen Berichten, spannenden Informationen, delikaten Rezepten, erfrischenden sommerlichen Modevorschlägen für die Damenwelt sind auch dunkle Depressive Gedanken, Sorgen, Krankheit und Gewichtssorgen versteckt. Es ist faszinierend mit welcher manchmal sorglosen Offenheit fremde Menschen ihre Gefühle offenbaren. Die Kontraste zwischen Freude und Unglück, Begeisterung und Sorgen, Wissen und Suche machen das Lesen darin immer wieder zu einem nicht vorhersehbaren Erlebnis.

Im Vergleich dazu sind wir ein langweiliger Blog. Bei uns geht es in erster Linie um das Essen, das Abnehmen und neuerdings am Dienstag um das Bloggerleben.  Glücklicherweise beinhalten diese drei Themen genügend Material um neue Gedanken zu formulieren. Es ist als hungriger Leser ein gutes Gefühl  als schreibender für einmal auf der anderen Seite zu stehen und für Leser Lesefutter zu schreiben. Wort an Wort zu reihen in der Hoffnung dass es für unsere Blogbesucher von Interesse ist und damit Lesenswert.

Bei Zeitungen sind rückläufige Einnahmen für Inserate und damit schwindende Auflagen ein Indiz für die kleinere Leserschaft. Bei Büchern sind Auflagen im allgemeinen ebenfalls rückläufig. Was für ein Glück dass wir Blogger immer noch in einem boomenden Markt zu Hause sind. Schmunzel .

36 Kommentare

  1. Ich finde es hier auch nicht langweilig! Ganz im Gegenteil! Und die Anzahl der Likes spricht ja nun auch dafür, dass es hier absolut nicht langweilig ist.
    Außerdem: Jeder Blog hat ja meist ein individuell gewähltes Thema. Ich kenne niemanden, der über sein komplettes Leben schreibt. 🙂
    Liebe Grüße

    1. Ich schrieb:“Im Vergleich dazu sind wir ein langweiliger Blog.“ Vielleicht hätte ich anstelle des „Blog“ das Wort „Thema“ benützen sollen. Denn natürlich wollen wir NICHT langweilig sein.
      Liebe Grüsse, Bernhard

  2. Auch ich finde euren Blog überhaupt noch langweilig.
    Bücher sind etwas tolles, und ich finde es auch sehr interessant was bei anderen Menschen so passiert, und auch die Gedanken von anderen. Es ist immer etwas positives daraus zu ziehen, man kann nur gewinnen. Die Sichtweisen einzelner Menschen lassen mich auch immer wieder neu Umdenken. 😊

    1. Ich denke, das kommt vielleicht daher, weil es die Eltern nicht vorleben. Und das Handy so präsent geworden ist. Ich muss zugeben, ich spiele manchmal doch lieber mit dem Handy als zu lesen und so wird es bestimmt einigen gehen.

    2. Smartphone ist was tolles, kann ich nur empfehlen, ich hab aber immer mal wieder so Phasen, da leg ich es bewusst weg. Smartphone freie Zeit ☺️
      So jung bin ich auch nicht mehr. Zumindest sind für mich die achtzehn jährigem auch schon echt jung 😊😊 ich fühl mich sowie ich mich fühle, egal was für ein alter ich habe.

  3. Euer Blog ist überhaupt nicht langweilig. Der einzige Nachteil: Ich habe fast jedes Mal Hunger nach dem Lesen 🙂
    LG Anita

    1. Also ab in die Küche nach dem lesen. Bärentatze nach Art von Old Shatterhand oder Elch nach Art des Hauses. Bei euch läuft doch genügend Fleisch umher um den Bauch zu füllen.
      Sonnengrüsse, Bernhard

  4. Dinteressant, gerade Bücher, die mich fesseln lese ich seeeeeeeehr langsam, einfach weil ich mir ihre Welt erhalten und am liebsten vermeiden möchte, dass sie enden. 🙃

    1. Lesen findenich auch sehr toll. Und es geht mir auch so, manchmal bin ich auch richtig traurig, wenn ein Buch dann endet.

    2. Ja, das kenne ich. Dann warte ich ein paar Tage, ehe ich ein neues Buch beginne, um die Atmosphäre zu halten 😀

    3. Über Nacht wurde mit unser unterschiedliches Leseverhalten bewusst. Du geniesst die Bücher, ich fresse sie gierig.
      Die Sonne scheint mal wieder.
      Freude und Gruss, Bernhard

    4. Naja, du hast die Gabe es wieder und wieder und wieder (fast) zum ersten Mal lesen zu können. Ich kann kein Buch zweimal lesen. Selbst wenn ich mich zunächst nicht mehr an den Inhalt erinnere, fällt es mir während des Lesens wieder ein. Und dann fesselt es mich nicht mehr. LG, Wili

  5. Ich bin auch von Kindsbeinen an eine Leseratte, nichts gedrucktes ist vor mir sicher.

    Und ich finde euren Blog üüüüüberhaupt nicht langweilig!!!!!

    1. *handreich*
      bei mir waren es die Bücher meines Cousins, nachdem ich die Dorfbibliothek komplett gelesen hatte.
      Mit 13 hatte ich schon zuhause über 1000 bücher.
      Find ich toll, dass es noch andere Leseratten gibt, ich kam mir schon vor wie ein Alien.

  6. Der Online-Büchermarkt ist ein grosses Glück dadurch, dass man nun *klick klick* so gut wie alle Titel kaufen kann und vor allem einen tollen Überblick hat. Ich kaufe mittlerweile mehr antiquarische Bücher als neue und verfälsche damit auch eine Statistik. Sonst würde ich vielleicht zum Aufschwung des druckfrischen Marktes beitragen. Musik dito, der Absatz geht nicht nur zurück, weil die jahrelang den Hals nicht voll kriegen konnten und dann die Rechnung bekommen haben, sondern auch weil der Nutzer jetzt prima second hand kaufen kann. Unverfälscht sind die Blogs ja, was verpasse ich in den Printmedien und online-Zeitungen? Infotainment. Selbst wenn es keine Blogs geben würde, würde ich das Füllmaterial, was anscheinend nur existiert, um die Werbung einbetten zu können, nicht mehr lesen.
    Aber: Blogs sind wirklich toll. und dadurch, dass sie so vielfältig sind wie die Menschen dahinter, erweitern sie den Horizont enorm weil immer auch Nebenaspekte des eigentlichen Interessengebietes einfliessen. Finde ich.
    Und die Leselust kann ich gut verstehen, weniger als 2,5 Stunden täglich wäre schon hart.
    Liebe Grüße von Oli

    1. Krimis sind fast immer das Gleiche, heutzutage – Blogs ändern sich, weil sie voll von Persönlichkeit sind. Sie lassen einen Umdenken, A-Ha-Momente erleben, schmunzeln, die Stirn in Falten legen, den Kopf schütteln … siehste Mal, man hat sogar eine sportliche Betätigung beim Lesen *lol* Liebe Grüße, Davina

  7. Ihr seid nicht langweilig und glaube keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast. Der Büchermakrt mag rückläufig sein, aber nur weil das Angebot extrem verengt wurde, weil nur noch auf den Markt kommt, was sicher Geld einspielt. So entwickeln sich neue Autoren natürlich höchstens im Geheimen, gerne auch mal als Blog 😉

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s