Food Kolumne Nr.74 | Glücksgefühle im Garten

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Bei Sommerküche denke ich an Sonne, reife Früchte, Gemüse, an Fisch und herrlich wohlriechende Kräuter. An Fröhlichkeit, erfrischende Getränke, Blumen, an Lachen und Liebe zum Essen. Doch in vielen Gärten und Balkonen läuft der Grill. Fettige Würste und mariniertes, Öl triefendes Fleisch lassen Rauchsäulen gegen den Himmel steigen. Die glücklichen Familien sitzen schmatzend darum herum. Mami ist glücklich dass sie nur Salate vorbereiten musste, die Kinder ertränken ihre Wurst mit dem geliebten zuckerhaltigen Ketchup und Daddy darf zündeln, knallt sich angebratenes Fleisch in den Bauch, Salate lässt er links liegen und zieht sich einige Bierchen rein.

Man spürt dass ich kein Freund dieser Art des Grillens bin. Mir ist der Aufwand zu gross um das zu erreichen was mir wichtig wäre. Ich stehe auf die dezenten Raucharomen die nur in wenigen teuren Geräten erzielt werden können. Bei Gasgrill’s fällt dieses wichtige Detail sowieso weg. Würste lassen sich damit schwärzen, das ist ok. Für Gemüse gehen die Dinger auch noch gerade mal so. Doch Fisch und Fleisch habe ich lieber aus der Pfanne oder dem Ofen. Kontrolliert gegart ohne Gefahr zu laufen dass die delikaten Speisen anbrennen oder die zarten Fische auf Aluschalen austrocknen.

Doch lassen wir meine Abneigung gegen die glühenden Kohlen bei Seite. Die Frage ist doch welche Gerichte und Getränke für den Sommer geeignet sind. Im Süden, je näher wir gegen den Äquator kommen werden die Speisen schärfer. Ist das die Lösung? Scharfe Currys, Chilli con Carne, afrikanische Pfeffersuppe? Die Küche aus Thailand oder dem chinesischen Szechuan? Meiner Erfahrung nach ist es Tatsächlich der richtige Weg. Zuerst sind schärfere Speisen Gewöhnung’s bedürftig, doch ich fühle mich an heissen Sommertagen nach deren Verköstigung  immer recht wohl. Wie im Süden üblich stelle ich sie auch nicht ganz so heiss auf den Tisch. Indische Gerichte begleite ich gerne mit Früchten, Gurken und Raita, der wunderbare kühlenden Joghurt Schmiere. Das macht Freude und bringt gute Gefühle. Auch Italien hat schönes und bekömmliches im Angebot. Ich liebe an heissen Tagen ein Vitello Tonnato. Dazu brauche ich nicht mehr als ein Glas kühlen Weisswein und fühle mich im Paradies auf Erden.

Apropos Sommerweinen. Das absolut grösste sind die Deutschen Riesling Kabinett. Leicht Ausgebaut mit sehr niedrigem Alkohol Gehalt um die acht Volumenprozente sind sie mit der ihnen eigenen Mischung von Säure und Süsse das perfekte Sommergetränk. Sie können alleine, als Apéro oder zu Salaten und Fisch gereicht werden. Wunderbar. Doch auch die Griechen haben perfekte Kombinationen. Rezina, der geharzte und nicht von allen geliebte Wein, oder eisgekühlter Uzo begleitet von griechischem Salat mit sonnenreifen Tomaten, Oliven und Fetakäse sind unglaubliche Verbindungen. Dazu ein Zaiziki, einige Gigantes (grosse weisse Bohnen) an Tomaten Sauce und einige Stücke Brot. Da muss ich nicht auf einer Insel am tiefblauen Meer sitzen um glücklich zu sein. Das bin ich auch zu Hause in unserem Garten unter der Linde wenn das Richtige in meinem Teller liegt.

5 Kommentare

  1. Hey, wir grillen ab und zu mal ganz gerne, haben aber auch 2 Einzelinduktionsplatten, die wir oft auch draussen zum Kochen, Braten oder Wokken nutzen. Manchmal auch in Kombination mit dem Grill.
    An den schönen warmen Tagen, die dieses Jahr noch viel zu selten waren, verlegen wir so quasi unsere Küche nach draußen.
    Mein Traum wäre ja eine fest installierte Aussenküche 😀 aber dafür ist das Wetter hier in D zu unbeständig.
    Unser Garten ist für uns auch ein guter Urlaubsersatz.
    LG

    1. Grillen ist super um im freien warmes zu essen. Ich war absichtlich provokativ, dachte es gebe mehr Reaktionen. Doch schönes Wetter und EM locken die Menschen vom Computer weg. Ich habe das Glück einer Küche direkt neben dem Gartensitzplatz. Sie ist drinnen und doch fast draussen. So brauche ich keinen Grill.
      Liebe Grüsse, Bernhard

    2. Gegen die EM kommst du nicht an 😉
      Hast du ein Glück, von unserer Küche in den Garten ist es relativ weit, durchs Esszimmer, Wohnzimmer, Flur, quer über den Hof, durch die Scheune, dann ist man auf der Terrasse, da wäre eine Aussenküche sehr praktisch 😉
      LG

    3. Ich habe mich immer genervt dass Architekten dies nicht berücksichtigen.
      Bei uns ist es nicht Glück. Wir haben unseren Umbau so geplant. Wir haben 4 Meter zum Tisch im Esszimmer und 3 Meter unter die Linde. Gemessen ab Herd. Jupiiiiieeeh. Gruss, Bernhard

  2. Ich teile diese Abneigung sehr ! Ich verstehe es auch nicht, warum alle immer grillen wollen. Selbst als ich noch Fleischesser war konnte ich mir weitaus besseres vorstellen! Der Salat sieht klasse aus! Genau mein Geschmack, ich mag Oliven!

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