FOOD KOLUMNE NR. 78 | BETRIEBSSTOFF

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Ob Bloggerszene, Nahrungsmittelindustrie, Gourmetszene oder Spitzengastronomie, sie alle haben sich auf der Jagd nach immer neuen Rezepten und Geschmackskompositionen schon lange vom Hauptzweck des Kochens entfernt. Eigentlich geht es um den Betriebsstoff für uns Menschen der ganz einfach Ernährung genannt wird. Oben werfen wir Futter rein, erzeugen damit in der Mitte Energie und lassen die  Überresten hinten wieder raus. Eigentlich simpel einfach, wären vor dem Einwurf nicht unsere Augen, die Nase und der Mund mit unseren Sinnen zu geschalten. Aussehen, Duft und Geschmack müssen stimmen damit sich unser Körper den Betriebsstoff verabreichen lässt. Das Hirn übernimmt die Kontrolle. Es kramt in seinem Speicher früher gegessenes hervor und bestimmt mit Vergleichen ob das Vorgesetzte unseren Ansprüchen und Geschmacksvorlieben entspricht. Andernfalls werden sofort Wege gesucht wie, wo und was als Ersatznahrung dienen könnte um unseren Körper am laufen zu halten.

Völlig verrückt was da in Sekundenbruchteilen in uns abläuft. Mit einem kurzen Blick und einer Nase voll Geruch wissen wir ob das Gericht unseren Vorstellungen entspricht. Es fehlt nur noch der Geschmackstest, ganz wenig zum probieren auf die Zunge, wir kontrollieren unbewusst die Gewürze, testen Salz- und  Pfeffergehalt, überprüfen weitere Geschmacksnoten auf unerwünschtes. Finden wir nicht’s störendes kann der Teller geleert und der Hunger gestillt werden. So wie beim Automobile ein rotes Licht angeht um uns einen leeren Tank anzuzeigen und nach Kraftstoff ruft ist das Anzeichen von Hunger unser Alarm, der Ruf nach Energie Zufuhr. Sobald dieser gestillt ist funktionieren wir wieder, können uns um andere Dinge kümmern bis sich der Hungeralarm von neuem meldet.

Wäre unsere Nahrung Benzin dann nähme ich immer Super. Ich begnüge mich nicht mit Normal, die Ernährung darf vom Besten sein. Ich habe Augen, Nase und Gaumen über Jahrzehnte verwöhnt und kann nicht mehr zurück. Ich bin ein heikler Kerl der nicht leicht zufrieden ist. Das macht das Leben nicht einfacher, denn auch die täglichen Ansprüche an meine eigene Kocherei sind immer hoch.

Mein Bertiebstoff muss nicht unbedingt aus teuren Delikatessen bestehen. Doch sollte er mindestens mit Liebe gekocht und angerichtet sein. Wenn dies nicht stimmt verweigere ich die Nahrungsaufnahme und ziehe das Hungern dem Essen vor. Zum Glück bin ich kein Fahrzeug, denn meine Reserven reichen auch bei Fastentagen noch für einige Kilometer.

Ein Kommentar

  1. Schönes Weekend Bernard. Sehr guter Artikel zum Wochenende. Sollten sich viele mehrmals lesen.

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