FOODKOLUMNE NR. 84 |SCHNÖRREFUXERLI

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Wie zu Zeiten der Nouvelle Cuisine in den 80er Jahren ist der Trend in der Spitzengastronomie auch heute wieder viele Gänge mit verschiedenen kleinen Grossartigkeiten zu servieren. Unglaubliche Kombinationen von teilweise kaum bekannten Substanzen werden mit dem kochtechnisch neusten Wissensstand und modernsten Küchengeräten zu einer noch vor wenigen Jahren unvorstellbaren Aromenvielfalt verarbeitet. Jeder Gang, jeder Teller ist ein kleines Meisterwerk in punkto Kreativität, kochtechnischer Präzision und Geschmack. Die Gastrokritiker überschlagen sich vor Begeisterung und die Gastroführer vergeben Höchstnoten. Sie sind sich einig dass solche, mit riesigem Aufwand hergestellte Speisen dies verdient haben.

Mit “Schnörrefuxerli” bezeichnen wir in Zürich einen winzigen Leckerbissen. Etwas fantastisches von dem man gerne mehr essen würde aber nicht mehr bekommt. Genau so wird vieles in den derzeitigen Toplokalen serviert. Einmal bestand ein Menu Surprise aus zehn Gängen, auf jedem Teller drei verschiedene gerade mundfüllende Leckerbissen. Bei einem anderen Koch erhielt ich fünf Gänge. Jeder Teller hatte mindestens 10, der Hauptgang sogar 17 verschiedene Aromen.

Das spielerische, das herumraten an den verwendeten Zutaten ist absolut mein Ding. Dafür ist diese neue Küche natürlich prädestiniert. Es ist ein zusätzlicher Kick für den ich dankbar bin. Ganz glücklich machen mich die neuen Trends jedoch nicht. Ich möchte weniger, dafür grössere Portionen. Ich möchte den ersten Bissen zum Raten, den Zweiten zum Bestätigen und zwei bis drei weitere zum Geniessen.“Schnörrefuxerli”sind mir einfach zu wenig.

2 Kommentare

  1. Klingt lustig, aber ein zweiter und dritter Happen wären mir dann auch lieber.
    Das Wort kennt nicht mal der Google, das will schon was heißen 🙂 ihr seid eben doch was besonderes.
    Schönes Wochenende, Ilka

  2. Schnörrefuxerli klingt lustig. Kann man das irgendie ins Hochdeutsche übersetzen? Mein Magen ist zwar jetzt für solche Kleinigkeiten ausgelegt, , aber ich finde auch, man muss zwei-, dreimal probieren, um zu raten, schmecken und genießen. Interessantr Beitrag, danke dafür!

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